Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH

Informationen zum Unternehmen

Die Unternehmensgeschichte der heutigen Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH reicht bis in das Jahr 1881 zurück, wo am 23. September in Görlitz der Vertrag zur Gründung einer Pferdeeisenbahn unterzeichnet wurde. Die Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH wurde dann 1996 zunächst als Tochterunternehmen der Stadtwerke Görlitz AG gegründet. Nach einer Entscheidung im Görlitzer Stadtrat wurden dann im April 2001 die mehrheitlichen Gesellschaftsanteile an die Vivendi Environnement verkauft.

Im Rahmen der Privatisierung übernahm die für den Nahverkehr zuständige Vivendi Environnement Tochtergesellschaft Connex die Federführung bei der Verkehrsgesellschaft Görlitz. Aus der Connex wurde dann die heutige Transdev GmbH, das führende private Verkehrsunternehmen in Deutschland.

Mit modernen Bussen und Straßenbahnen betreibt die Verkehrsgesellschaft Görlitz heute den öffentlichen Personennahverkehr in Görlitz.

Modernes Unternehmen mit über 130 jähriger Geschichte

1881
23. Sept.: Vertrag zur Gründung einer Pferdeeisenbahn in Görlitz.

1882
25. Mai: erste 2,3 km lange Strecke der Pferdeeisenbahn zwischen Nikolaigraben und dem Bahnhof (über Kaisertrutz - Steinstr. - Postplatz und Berliner Straße). Die Spurbreite beträgt 1435 mm.

4. Juni: 2. Strecke vom Kaisertrutz über Mühlweg, die Moltkestr., die Blockhausstraße und die Bahnhofstraße zum Bahnhof (2,4 km lang). Die dritte Strecke bringt Passagiere bis zum Schützenhaus.

1883
12. Mai: 0,4 km langes Anschlussstück vom Obermarkt zum Untermarkt in Betrieb genommen.

1. Oktober: der Streckenabschnitt Nikolaigraben - Jägerkaserne wird stillgelegt.

1889
Depot für Straßenbahnen auf dem gepachteten Grundstück der Speditionsfirma Hermann Schubert (Bahnhofstraße 29) wird fertig gestellt.

1890
23. September: Eröffnung der Ringbahnlinie (Bahnhhof - Moltkestraße - Mühlweg - Obermarkt - Kaisertrutz - Landskronstraße - Leipziger Str. - Salomonstraße - Bahnhof).

1892
Görlitzer Pferdebahn geht in alleinigen Besitz des Bankiers Moritz Goldstein über. Die Haupteinstiegstelle wird vom Postplatz auf den Demianiplatz verlegt. Zweigleisiger Ausbau des Schienennetzes im Stadtinneren.

bis 1896
Das gesamte Streckennetz mit einer Spurbreite von 1435 mm hat eine Länge von 6,9 km. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Pferdebahn beträgt 9 km/h, der Fahrpreis 10 Pfennige. 1893/94 führen 3 Linien durch die Stadt. Für 12 Bahnen stehen insgesamt 56 Pferde zur Verfügung. Das Personal besteht aus 33 Mann, das im Berichtsjahr 1893/94 729.775 Personen befördert und Erlöse in Höhe von 70.565,86 Mark erzielt.

1896
1. Oktober: AEG erwirbt die Bahn.

1897
23. August: Elektrifizierung und Umspurung der Bahnen auf 1000 mm (aufgrund der engen Altstadtstraßen), AEG erwirbt 30 neue Wagen von 6,3 m Länge, ausgerüstet mit je 2 Elektromotoren von 15 KW Leistung. Die Wagen bieten 16 Sitz- und 14 Stehplätze.

1898
Straßenbahnlinie bis zum Jüdischen Friedhof. Von dort kann man mit dem Pferdeomnibus bis zur Landeskrone fahren.

20. Mai: Linie 4 wird eingeweiht (Postplatz - Bahnhof - Sechsstädteplatz - Landeskrone: 4,3 km).

1900
1. Jan.: Neuer Besitzer der Görlitzer Straßenbahn wird die Berliner Allgemeine Lokalbahn- und Kraftwerke AG bis 1945.

18. Mai: Verlängerung der Linie 3 von Gaststätte Stadt Prag bis nach Moys (1,9 km).

Neues Straßenbahndepot an Zittauer Straße - dazugehörig auch das Verwaltungsgebäude im Villenstil.

1905
Vom 1. Juni bis 30. September findet in Görlitz die Niederschlesische Industrie- und Gewerbeausstellung statt. Für das Ausstellungsgelände bei der Ruhmeshalle baut man auf der Schmidtstraße eine 75m lange Ausweiche und auf der Viktoriastraße ein 250 m langes Anschlussgleis. Mit geliehenen Wagen befährt man die Strecke Bahnhof - Ausstellungsgelände als separate Linie. ** 1906**
Neue Bezeichnung der Linien: 1 Untermarkt - Schützenhaus / 2 Ringbahn / 3 Rauschwalder Straße - Moys / 4 Postplatz - Landeskrone

1907
5. Dez.: Tarifänderung - die einfache Fahrt kostet 10 Pfennig, nach der Tarifgrenze (Jüdischer Friedhof, Stadt Prag) weitere 5 Pfennige.

20. Dez.: ein 1,6 km langes neues Teilstück stellt eine Verbindung zum Krankenhaus her (Grüner Graben-Jägerkaserne-Schanze-Krankenhaus).

1914
1. April: bis zum Ausbruch des Krieges wird der Schaffnerbetrieb eingeführt.

1915
Aus Personenmangel entfällt die Ringbahnlinie.

1918
9. April: erste Gleisbauarbeiten am Demianiplatz als Vorbereitung für den geplanten Güterverkehr.

24. Juni: das Krankenhaus erhält für Krankentransporte vom Bahnhof ins Lazarett kurzzeitig ein eigenes Anschlussstück.

1921
Oktober: Verlängerung der Linie 3 von der Rauschwalder Straße bis nach Rauschwalde um 1,7 km.

1923/24
Statt die Bahn stillzulegen, entscheidet man, die Züge in größeren Abständen fahren zu lassen.

1926/28
Kauf 16 neuer Triebwagen zur Erneuerung des Wagenparks.

1928
Die Hauptumsteigestelle wird vom Postplatz auf den Demianiplatz verlegt. Im Stadtinneren wird das Schienennetz zweigleisig ausgebaut. Streckenführung auf dem Sechsstädteplatz wird geändert.

1930
7. August: Linie Krankenhaus -Leschwitz (heute Weinhübel) wird eröffnet (Verlängerung um 2km). ** 1930/31**
Verlegung der Strecke zum Kreisbahnhof über die Landskronstraße, den Brautwiesenplatz und die Brautwiesenstraße.

1930/36
Alte Triebwagen von 1897 werden bei Christoph & Unmack in Niesky modernisiert.

1936/37
neue Linienführung bis 1940: 1 Weinhübel - Rauschwalde / 2 Landeskrone - Moys / 3 Rauschwalde - Moys / 4 Viktoriagarten (bei der Grundstr.) - Hagsphilstraße (heute Friedhofstr.) / 5 Schützenhaus - Untermarkt. Die Strecke bis zum Krankenhaus wird nicht mehr befahren.

1938
14 Mio. Personen befördert.

1940
Stilllegung des Abschnitts zwischen Obermarkt und Untermarkt.

1942
Ab diesem Jahr werden ausländische Zwangsarbeiter im Betrieb der Straßenbahn eingesetzt.

1944
Kurzzeitig gibt es einen Autoschleppverkehr der Straßenbahn, vor allem für Sanitätsfahrzeuge.

1945
7. Mai: Betrieb wird eingestellt - am gleichen Tag werden alle Brücken über die Neiße gesprengt. Nach dem 2. Juni können 2 Linien den Verkehr im 20-Minuten-Takt wieder aufnehmen: 1 Schützenhaus - Demianiplatz / 2 Büchtemannstraße - Stadthalle. Die Straßenbahn gehört jetzt zu dem von der Stadt betriebenen Kommunalen Wirtschaftsunternehmen (KWU).

1946
1. Feb.: neuer Tarif und neue Linien - nach dem sächsischen Volksentscheid am 30. Juni heißt der Betrieb VEB (K) Verkehrsbetriebe der Stadt Görlitz.

Umbau der nördlichen Kurvenanlage am Jakobstunnel.

50’er
Linien 1 und 2 abschnittsweise verstärkt. Der Dreiwagenverkehr nach Weinhübel soll dieses Wohnzentrum enger an Stadt anbinden.

1956
3. Dez.: 3 neue Fahrzeuge des Typs Gotha T 54.

1964
7. Oktober: Wendeschleife an der Virchowstraße wird eingeweiht.

1965
1. Januar: Gleisdreieck an der Landeskrone ist fertig.

1966
Der schaffnerloser Betrieb wird eingeführt.

1967
1. Januar: der Streckenabschnitt zur Stadthalle wird stillgelegt.

1973
Bau einer neuen Verwaltungsbaracke Zittauer Straße.

1974/75
Heizhausbau und Flächenbereinigungen auf dem Betriebshofgelände.

1977
Ersatz der Zahlboxen in den Bahnen durch Fahrscheinentwerter.

1979
Fahrplanänderungen, welche den Zugabstand auf 12,5 min erhöhen. gleichzeitig wird das Busnetz der Stadt neu gestaltet.

1981
Rekonstruktion der Görlitzer Straßenbahn.

1982
Görlitzer Nahverkehr wird Betriebsteil des Kraftverkehr Görlitz (gehört zum Verkehrskombinat Dresden).

23.Mai: Stilllegung der Trasse nach Weinhübel - Linie 1 verkehrt nur noch zwischen Rauschwalde und Goethestraße, wo man eine kleine Wendeschleife eingerichtet hat.

1985
Bau der Strecke nach Königshufen.

1986
Stilllegung der Trasse zur Virchowstraße, um Baufreiheiten für Görlitz-Nord zu haben.

30. Dez.: letztes Gleisstück der Linie Königshufen zwischen Alexander-Bolze-Hof und Wiesengrund mit einer Wendeschleife wird eingeweiht.

1987
1. Juni: Wiederaufnahme des Verkehrs zwischen Friedhofsstraße und Virchowstraße. Neue Linienführung: 1 Goethestraße - Königshufen / 2 Landeskrone - Königshufen / 3 Demianiplatz - Virchowstraße / 4 Demianiplatz - Königshufen (als Schnellverkehr im Berufsverkehr).

1990
Der Nahverkehr wird Betriebsteil der Stadtwerken Görlitz AG.

1991
7. Dez.: die Verlängerung der Strecke zur Wendeschleife in Weinhübel ist fertig.

1992/96
Der Straßenbahnbetriebshof wird rekonstruiert (neue Toreinfahrten, Dachkonstruktionen, Heizung, Ergänzung des Maschinenparks, Abstellhalle mit Waschanlage).

1993/96
Alle 16 Kurzgelenktriebwagen KT 4-D werden modernisiert (Einbau des integrierten Bordinformationssystems mit Zielschildangabe, Entwerter, Haltestellenansage und Fahrwegstellung, gummigefederte Radsätze, neue Bestuhlung).

1996
Die Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH wird als Tochterunternehmen der Stadtwerke Görlitz AG gegründet.

Inbetriebnahme der neuen Abstellhalle für Straßenbahnen mit integrierter ökologischer Waschanlage.

Tarifänderungen, die 9-Uhr-Monatskarte wird eingeführt und erfreut sich einer großen Nachfrage.

Inbetriebnahme der Gleisanlage Bahnhofstraße (Schaffung eines neuen Bahnkörpers mit behindertengerechten Haltestellen).

Betriebshof Zittauer Straße 71/73 wird nach erfolgtem Umbau in Betrieb genommen - mit der Integration von Bus-Abstellflächen kann der alte Standort Paul-Mühsam-Straße aufgegeben werden.

2000
Der erste Niederflur-Omnibus wird mit finanzieller Unterstützung durch den Freistaat Sachsen beschafft (keine Stufen im Einstiegsbereich, Haltestellen- Innenanzeigen, neues Design).

2001
Im April 2001 entscheidet der Görlitzer Stadtrat die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an den Stadtwerken Görlitz an die Vivendi Environnement zu verkaufen. Im Rahmen der Privatisierung übernimmt die für den Nahverkehr zuständige Vivendi Environnement Tochtergesellschaft CONNEX die Federführung bei der Verkehrsgesellschaft Görlitz.

2002
Einführung des ZVON-Tarifs

Eröffnung der Neubaustrecke der Linie 3 zwischen Alexander-Bolze-Hof und Königshufen/Am Marktkauf.

2003
Juni / Juli: Erstmaliger Einsatz von KT4D als Heck-an-Heck-Zug während Bauarbeiten auf der Linie 2 zwischen Bahnhof / Südausgang und Landeskrone.

Oktober / November: Umbau der zentralen Haltestelle Demianiplatz und Einrichtung einer Busspur, damit Tür-an-Tür-Umstieg zwischen Straßenbahn und Bus möglich

23. November: Infolge Neuausrichtung des Angebotes verkehren folgende Linien:Linie 1: Demianiplatz – VirchowstraßeLinie 2: Biesnitz / Landeskrone – Königshufen / Am WiesengrundLinie 3: Weinhübel – Königshufen / Am Marktkauf

2004
12. Dezember: Aufgrund des schlechten Bauzustandes wird die Linie 1 zur Virchowstraße mit Bussen im Schienenersatzverkehr befahren.

2007
5. Januar: Einsatz des ersten Busses mit Abgasnorm Euro-4. Ein neues CITARO- Niederflurfahrzeug vom Typ Mercedes-Benz wurde dafür beschafft. Der neue Bus, der anteilig vom Freistaat Sachsen gefördert wurden, hat 49 Fahrgastsitzplätze, 109 Stehplätze und ist behindertengerecht ausgestattet. Vorrangig wird der Bus auf der Linie B zum Einsatz kommen.